Pressemitteilung des BSVSA - 25 Jahre Interessenvertretung für Blinde und Sehbehinderte in Sachsen-Anhalt


Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt feiert 25-jähriges Verbandsjubiläum

Magdeburg | Mit einer Festveranstaltung begeht der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt am Dienstag, dem 3. November 2015, sein 25-jähriges Bestehen.

Die Festveranstaltung findet ab 14 Uhr im Magdeburger Gesellschaftshaus, Schönebecker Straße 129, statt.

Die Vorsitzende des Verbandes Christel Pildner wird dazu langjährige Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste aus der Politik und der Öffentlichkeit begrüßen können. Sein Kommen zugesagt hat auch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff.

Für den Festvortrag wurde Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) gewonnen, der auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), des bundesweiten Spitzenverbandes, ist.

Er wird zum Thema Mediennutzung durch Blinde und Sehbehinderte in Zeiten der Digitalisierung und der elektronischen Medien sprechen.

Auf der Veranstaltung sollen auch verdienstvolle ehrenamtlich tätige Verbandsmitglieder für ihre langjährige Tätigkeit geehrt werden.

„Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt kann auf eine erfolgreiche Arbeit für die Interessen, die Teilhabe und Beratung blinder und sehbehinderter Menschen, ihrer Angehörigen und von Augenkrankheiten betroffener Patienten zurückblicken", betont Christel Pildner anlässlich des Jubiläums.

Sie verweist aber auch darauf, dass das Land Sachsen-Anhalt die soziale Lage und die Teilhabechancen blinder und sehbehinderter Menschen durch Kürzungen des Landesblindengeldes massiv verschlechtert hat, zuletzt im Jahr 2014. Besonders zu leiden haben darunter blinde Menschen, die in Altenpflegeheimen betreut werden.

„Das Blindengeld ist ein Nachteilsausgleich, der von den Bundesländern an Betroffene gewährt wird, um ihnen ein menschenwürdiges Dasein und die Teilhabe am Leben trotz der gravierenden Behinderung zu ermöglichen", so Christel Pildner.

Sie bezeichnet es als einen unhaltbaren Zustand, dass diese Leistungen von Land zu Land inzwischen extrem unterschiedlich sind, sie reichen von 266 Euro bis zu 654 Euro, wobei Blinde in Ostdeutschland besonders benachteiligt werden.

Zu fordern sei daher eine bundeseinheitliche Regelung, die den Ansprüchen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht werden muss.

Das Landesblindengeld beträgt in Sachsen-Anhalt derzeit 320 Euro monatlich, hochgradig Sehbehinderte erhalten nur 41 Euro, ebenso wie Gehörlose.

(Zum Vergleich: Bayern 556 €, Berlin 523 €, Brandenburg 266 €, , Hessen 562 €, Sachsen 333 €, Thüringen 270 €.).

Vertreter der Medien sind zu der Festveranstaltung herzlich eingeladen.


Hintergrund:

Am 3. November 1990 hatten sich 78 Delegierte aus den beiden Bezirksorganisationen Halle und Magdeburg des früheren Blinden- und Sehschwachenverbandes der DDR getroffen, um einen neuen Landesverband der Blinden und Sehbehinderten aus der Taufe zu heben, eine zeitgemäße Satzung zu beschließen und einen Vorstand zu wählen.

Seitdem vertritt der Verband die Interessen von rund 30.000 sehgeschädigten Sachsen-Anhaltern, darunter rund 4.000 Blinde und ca. 10.000 erheblich Sehbehinderte. Rund 75 % der Betroffenen sind älter als 65 Jahre.

In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Verband stabile Strukturen und Einrichtungen zur Beratung und Betreuung seiner Mitglieder, weiterer Betroffener und ihrer Angehörigen geschaffen.

Der Verband verfügt heute über vier regionale Beratungsstellen in Dessau-Roßlau, Halle, Magdeburg und Stendal, sowie eine mobile Beratungsstelle, die alle unter der bundesweit einheitlichen Marke „Blickpunkt Auge" nach einheitlichen Kriterien arbeiten.

Er ist als Gesellschafter u.a. an einem Träger von Altenpflegeheimen und Wohnangeboten für Senioren und Behinderte sowie am Berufsförderungswerk Halle beteiligt.

Die derzeit rund 1.150 Mitglieder sind in vier Bezirksgruppen tätig, die wiederum aus 68 Regionalgruppen und örtlichen Selbsthilfegruppen bestehen. Die Verbandsarbeit wird vorrangig von 186 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet, von denen die meisten selbst blind oder sehbehindert sind. Im Verband arbeiten mehrere Fachgruppen und Arbeitskreise zu Themen wie Büroberufe, Masseure und Physiotherapeuten, Blindenführhund, barrierefreie Umwelt- und Verkehrsraumgestaltung, Frauenarbeit und Sehbehindertenprobleme.

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband sieht seine Aufgaben neben der umfassenden Beratung und Betreuung blinder und sehbehinderter Menschen in Sachsen-Anhalt vor allem in der Aufklärung der Politik und der Öffentlichkeit über die Lage der Betroffenen, ihre Probleme und Bedürfnisse. Er setzt sich für deren soziale Inklusion, ihre Rehabilitation in Alltagsfragen und für soziale Nachteilsausgleiche ein. Seit einigen Jahren widmet er sich auch der Beratung von Patienten, die an Augenerkrankungen leiden.

Für seine Mitglieder gibt er seit 1991 monatlich eine Hörzeitschrift heraus, die unter dem Titel "Sachsen-Anhalt-Magazin" auf einer Audio-CD im DAISY-Format und als Download erscheint.



Nähere Informationen und Bildmaterial über:

Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e. V.
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